Wie ein Fest nach langer Trauer - Konfirmationen in Ochsenhausen

Endlich Konfirmation: Nach monatelangem Warten fanden die ersten Konfirmationen in den Kirchengemeinden der württembergischen Landeskirche statt. In kleinen Gruppen, mit Abstand konnten Konfirmanden und Konfirmandinnen mit ihren Familien jetzt feiern. Andere warten bis zum Herbst oder bis zum nächsten Frühjahr. Wie immer in der Corona-Pandemie, sind hier kreative Lösungen gefragt. Auch der Konfirmandenunterricht hat wieder begonnen.

Corona-Regeln bestimmen den Ablauf

In drei Gottesdiensten mit jeweils vier Konfirmanden und jeweils neun Angehörigen feierte man in der nahegelegenen Herz- Jesu – Kapelle, die deutlich mehr Platz bot als die evangelische Kirche, die nach dem neuesten Hygienekonzept nur 17 Gottesdienstbesucher fasst. Dass es drei Mal fast der gleiche Gottesdienst war, die Konfirmanden und die Familien störte es nicht.

Im Gegenteil: Alle empfanden die Atmosphäre als sehr konzentriert und ausgesprochen würdevoll. Die Beiträge der Konfirmanden waren alle sehr gut zu verstehen und erschlossen gemeinsam vor Allem die geistliche Dimension des Konfirmationsgeschehens.

Das Hygienekonzept der katholischen Nachbargemeinde wurde übernommen,  die Abstandsregeln funktionierten. Die Konfirmanden saßen auch während des Gottesdienstes einzeln statt zusammen.  Statt Gesang der Gemeinde gestaltete Christine Schmidt die Konfirmationen mit Liedern, die die Konfirmanden vorher selbst ausgesucht hatten.

Pfarrer Jörg Martin Schwarz war wichtig, dass es den Konfirmanden an nichts fehlte, es keine verminderte, sondern eine vollgültige Konfirmation werden konnte, die für die Konfirmanden auch eine Wegmarke auf ihrem Lebensweg werden konnte und sie sich der Begleitung Gottes auf ihrem persönlichen Lebensweg versichern durften. Es war zudem ein Stück gelebte Ökumene, die durch die Gastfreundschaft am Benediktusfest ( 12. Juli) und an den beiden darauffolgenden Sonntagen untermauert wurde. Dekan Schänzle schickte dann auch ein eigenes Grußwort für die Konfirmanden, das in den Gottesdiensten verlesen wurde.

 

Darin heißt es: „Die Corona-Pandemie hat viele Planungen verändert und vieles unsicher gemacht, sie hat uns aber auch gezeigt wie schön und wertvoll unser Leben ist und wie zerbrechlich es gleichzeitig sein kann. Sie hat uns auch neu gelehrt wie wichtig und wertvoll und stärkend unser gemeinsamer Glaube, gerade in Krisenzeiten, ist.

„Das Christentum in Deutschland wird dann Zukunft haben, wenn es ökumenisch gelebt wird“, sagte der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck – das ist auch unsere Überzeugung.

Um das Christentum glaubwürdig zu leben braucht es überzeugte Christen, vor allem junge Christen. Dazu habt Ihr, liebe Konfirmanden, Euch entschieden und vorbereitet auf diesen Tag, um dies zu besiegeln. Ich verspreche Euch, dass wir Euch im Gebet begleiten, bereits in unserem Gottesdienst gestern Abend, heute zeitgleich in der Basilika St. Georg und auch im heutigen Abendgottesdienst. Ich wünsche Euch, dass Ihr immer mehr „firm“ (= stark) werdet im Glauben! Der Apostel Paulus drückt dies im zweiten Korintherbrief so aus:

„Unser Empfehlungsschreiben seid ihr; es ist eingeschrieben in unser Herz, und alle Menschen können es lesen und verstehen. Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern durch den Geist des lebendigen Gottes, nicht aus Tafeln aus Stein, sondern in Herzen von Fleisch.“  (2 Korinther 3, 2-3)

Ihr seid also lebendige Botschafter Christi, Zeugen eines menschfreundlichen und menschenliebenden Gottes in dieser immer rauer werdenden Welt.

Bestärken wir uns immer wieder gegenseitig in dieser Mission, die wir als christliche Kirchen in der Welt von heute Gestalt gewinnen lassen wollen!

Zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde Ochsenhausen-Erlenmoos wünsche ich Euch heute und für die Zukunft die Stärkung und die Kraft des Geistes Gottes mit seinen vielfältigen Gaben!

Abschließend an Euch, liebe Konfirmanden, und an Sie alle ein Wort aus dem ersten Petrusbrief:

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die Euch erfüllt“ (1 Petrus 3,15) !