Jugend und Alkohol

Eins steht fest:
Mit salbungsvollen Worten wie:"Kehr um, mein Kind!" kommen wir bei diesem Thema nicht weiter!!!
Vielmehr müssen wir alle unsere Wortwahl, unsere Einstellung und unser Verhalten sofort, klar, deutlich und ganz entschieden ändern! Es vergeht kein Tag, an dem nicht erschütternde Berichte über die Fernsehprogramme laufen und jede Zeitung und jedes Magazin voll ist mit „erschütternden Meldungen“ über Jugendliche, die sich gegenseitig zu Promillerekorden antreiben, im Rausch randalieren, Straßen und Plätze vermüllen und Polizei und Rettungsdienste auf Trab halten.
Die Kinder unserer Gesellschaft beginnen ihre Alkoholikerkarriere heute bereits mit 11 bis 12 Jahren und wir alle schauen pflichtschuldigst entrüstet zu, geben unseren Senf dazu und freuen uns, wenn wir nicht direkt betroffen sind.
Mit der Entwicklung des Menschen geht die Tatsache einher, dass dieser – kaum, dass er gerade stehen und aufrecht gehen konnte – für Dinge empfänglich war, die seine Sinne verwirren und ihn zum torkeln bringen konnten. Über die Jahrtausende hinweg hat sich der Alkohol als salonfähige Volksdroge Nummer 1 in der Weltgesellschaft etabliert. Werbung und Medien haben ihn als Spaßmacher und Stimmungsförderer hochstilisiert, im Handel und in der Gastronomie steht er jederzeit leicht erhältlich zur Verfügung, und jeder von uns hat wohl schon seine eigenen Erfahrungen mit Alkohol gemacht.
Man sagt, ein Rausch hat noch keinem geschadet– in vielen Fällen mag das schon richtig sein, aber mit dem ersten Rausch kann auch der langsame, aber stetige soziale Abstieg beginnen, der Persönlichkeiten und Existenzen vernichtet. Polizei und Kommunen sind aufgeschreckt und versuchen mit ihren begrenzten Mitteln, dem Problem entgegen zu wirken.
Erinnern wir uns denn nicht mehr:
Für die Kindererziehung sind weder die Öffentlichkeit noch die Polizei oder irgendwelche Behörden oder Lehrer zuständig, sondern in allererster Linie das Elternhaus!
Liebe Eltern:
Interessieren Sie sich dafür, was Ihre Kinder tagsüber tun und mit wem sie verkehren. Geben Sie Ihren Kindern Halt und kehren Sie deren Probleme nicht unter den Tisch. Treten Sie Ihren Kindern nicht zu liberal gegenüber, sondern treffen Sie klare Vereinbarungen und setzen Sie Grenzen. Sprechen Sie sich gegebenenfalls auch mit anderen Eltern ab und lassen Sie den Einwand Ihrer Kinder nach dem Motto „Aber die anderen dürfen das doch auch“ nicht gelten. Und wenn Sie nicht mehr weiter wissen: Sprechen sie uns an! Wir können Ihnen mannigfaltige Hilfestellungen über unsere diakonischen Organisationen anbieten. Unternehmen Sie alles, um Ihre Kinder gar nicht erst in diesen Teufelskreislauf gelangen zu lassen beziehungsweise dort wieder herauszuholen, solange es noch möglich ist.
An die Freunde, Kumpel und Mitschüler appellieren wir:
Seht in ihm oder in ihr nicht den Helden oder die Heldin und dreht euch auch nicht um und lacht nicht darüber, wenn sich eine oder einer von euch volllaufen lässt. Versucht, so lange es noch möglich ist, sie oder ihn davon abzuhalten. Wenn er oder sie wieder ansprechbar und aufnahmefähig sind, macht ihnen klar, was für eine traurige Figur sie abgegeben haben.
Eltern, Angehörige, Freunde und Mitschüler:
Stellt konsequent und ohne Bedenken die Händler, Gastronomen und andere Personen, die Kindern in gewissenloser Profitgier oder auch nur unüberlegt Alkohol verkaufen oder zugänglich machen, ausnahmslos an den Pranger!
Jeder Rausch zerstört unwiederbringlich tausende von Gehirnzellen – dementsprechend könnte dann der Schulabschluss aussehen und damit die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Ohne Beruf wird es schwer sein, ein geregeltes Leben führen zu können, was wiederum leicht in die Kriminalität führen kann. So wirft man sein Leben weg und endet in unserer heutigen Zeit ganz schnell auf der Straße, hoffnungslos und in aller Regel dann auch noch schwer krank!
Ihre Kinder oder die Ihres Nachbarn oder eure Freunde sind es doch wert, dass man sich um sie kümmert!
